SG Lok Brandenburg e.V.

Chronik der SG Lok Brandenburg

Nach dem II. Weltkrieg, mit Gründung der DDR 1949, als das tägliche Leben wieder Fuß faste, die Betriebe wieder richtig arbeiteten, ging hiervon die Initiative zur Gründung von sportlichen Betätigungen, in so genannten Betriebssportgemeinschaften aus. So unter anderen auch bei der Deutschen Reichsbahn Standort Brandenburg. Im März 1950 traf man sich zur ersten Zusammenkunft in der Gaststätte Gambrinus Quelle, Wilhelmsdorfer Vorstadt, unter der Leitung von Reichsbahnangestellter Walter Große, der auch den Vorsitz übernahm und so wurde die Gründung der Sportgemeinschaft Lok Brandenburg, zunächst nur Sparte Fußball, beim Vereinsgericht am 15. Juni 1950 beantragt und genehmigt. Danach von 1950 bis 1953 war die Gaststätte Gambrius Quelle auch das Vereinshaus. Gespielt wurde mit einer Männermannschaft in der Kreisklasse auf dem Sportplatz Franz-Ziegler-Str.

Mit Kauf des Grundstückes Flur 112 1953 am Johannisburger Anger durch die Deutsche Reichsbahn von der Stadt Brandenburg wurde der Grundstein für eine Sportanlage durch die DR gelegt. Ab 1953 wurden nicht nur der Sportplatz, sondern auch eine Aschenbahn, Weitsprunganlage, Kugelstoßringe und das erste Gebäude mit Umkleide und Sanitärräume erschaffen.

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Gespielt wurde mit 2 Männer- und 2 Nachwuchsmannschaften bis zur Fertigstellung auf einer Rasenfläche, wo heute das Clara Zetkin Heim steht. Lok Brandenburg wurde 1953 Mitglied des Verbandes deutscher Eisenbahner Sportvereine. Als Vorsitzender fungierte damals M. Nitze, Reichsbahnangestellter, viele Jahre bis zu seinem Tode 1986.

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1955 wurde die Umgestaltung fertig und eingeweiht. Dieser Umbau war zugleich die Grundlage für die Abt. Leichtathletik. Die Sportanlage wurde danach dem Schulsport für die damalige Gördenschule zugeordnet. Zur damaligen Zeit waren es schon 150 Mitglieder in den Abt. Fußball, Schach, Kegeln, Leichtathletik. In den nachfolgenden Jahren kamen die Sparten Tischtennis, Wandern und Bergsteigen, Wassersport, Judo und ein Schallmaienzug hinzu. Damit hatte der Verein 650 Mitglieder. 1961/1962 wurde die damalige Thälmannwerft in Brandenburg geschlossen. Dadurch erfolgte die Auflösung der BSG Motor Nord und die Übernahme – nur Fußball – und die dazugehörige Sportanlage Brielower Strasse mit Gaststätte. Der Verein hatte dadurch 5 Männermannschaften, wobei die 1. Männermannschaft in der Bezirksliga Potsdam eine spielstarke Mannschaft darstellte.

Die Sportanlage Johannisburger Anger war ab dieser Zeit Spielort für den den gesamten Nachwuchs und für den Schulsport sowie Sportfeste von Betrieben und Einrichtungen. So war die SG Lok Brandenburg ein bekannter und gefestigter Sportverein mit all seinen Abteilungen. Mitte der 80-iger Jahre übernahm Horst Pionek die Leitung des Sportvereins, da der langjährige Vorsitzende M. Nitze 1986 verstorben war. 1990, durch die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in der damaligen DDR hatten auch diese Auswirkungen auf die Sportvereine. Einige Abteilungen lösten sich auf bzw. gründeten einen eigenen Verein. Es blieben nur Fußball und Schach bei Lok Brandenburg mit 54 Mitgliedern übrig. Die Sportanlage Brielower Strasse stand für unseren Verein durch Kündigung des Nutzungsvertrages durch die Stadt Brandenburg nicht mehr zur Verfügung.

Mit großer Mühe wurden alle Sportgeräte und sonstige Materialien zum Johannisburger Anger gebracht und versucht, den Verein, man muss es schon so sagen, zu retten. Hier geht ein besonderer Dank an Horst Piontek! Wie geht es nun weiter, finanzielle Mittel waren nicht ausreichend vorhanden. Der Verein war nicht in der Lage, den maroden Zustand der Sportanlage aus 1955 zu erneuern.

Am 01.01.1991 wurde Lok Brandenburg Mitglied im neu gegründeten Landessportbund. 1995 kam die nächste Hiobsbotschaft! Die Auflösung der Abteilung für Sportgrundstücke bei der Deutschen Reichsbahn und die Mitteilung, die Sportanlage Johannisburger Anger ist durch Rückübertragung an die Stadt Brandenburg an der Havel übergeben worden. Damit stand der Verein mit all den maroden Gebäuden von 1955 und Mängeln der Sportanlage vor vollendeten Tatsachen. Auf Grund fehlender finanzieller Mittel ging es immer wieder Berg ab. Es wurde immer schwieriger. In der Märkischen Allgemeinen war am 27.11.2002 zu lesen: Sportstätte im desolaten Zerfall mit Bild der Sanitäranlagen des Vereinshauses. Es stand die Frage, wie nun weiter mit der SG nach 2000. So haben sich Sportfreunde bereit erklärt, unter der Leitung von Jürgen Horst, der nach wie vor Vorsitzender des Vereins ist, in einer neuen Leitung den Versuch eines Neuanfangs zu starten. So wurden mit Unterstützung von Firmen die ersten Veränderungen vorgenommen.

Im Oktober 2002 wurde ein neuer Elektroanschluss mit Wegebeleuchtung installiert, um überhaupt eine Grundlage zu haben, mit Baumaßnahmen und verbleibender Nutzung klar zu kommen. In Vorgesprächen mit dem Stadtsportbund der Stadtverwaltung, Sponsoren und Förderer wurde der finanzielle Rahmen geschaffen für einen Um- und Erweiterungsbau des Vereinshauses. Die Baugenehmigung hierzu wurde am 09.07.2003 erteilt und beinhaltete auch einen Gasanschluss. Am 01.12.2005 konnte das moderne neue Gebäude mit einem modernen Sanitärbereich zur Freude Aller eingeweiht werden.

Haus3

Durch weiteren Verfall von genutzten Nebengebäuden entstand ein weiterer neuer Anbau für Kluften, Trainingsmaterial sowie Umkleidekabinen, der 2008 fertig gestellt war. Durch die Maßnahmen war die Grundlage geschaffen, junge Sportler zu gewinnen, Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen und ihnen ein sportliches Zuhause zu geben. Durch diese Maßnahme wuchs die Mitgliederzahl auf 260 an, wovon 120 Kinder und Jugendliche sind. Die gesamte Sportanlage hat ein völlig neues modernes Gesicht mit Ballfanganlage und neuer Barriere.

Haus4

Lok Brandenburg ist wieder ein gefestigter Verein mit seinen Sportabteilungen im Landessportbund. Aber nicht nur investive Erfolge sondern auch sportliche Erfolge sind zu verzeichnen. Die Abteilung Fußball ist im Fußballkreis Westhavelland mit 9 Mannschaften im Wettspielbetrieb vertreten. Zum Teil werden noch Sportplätze im Stadtgebiet Hohenstücken von Mannschaften für den Trainings- und Wettspielbetrieb genutzt. Die Männer und die A-Jugend sind 2008 Kreismeister geworden und schafften den Aufstieg in die Kreisliga. Im Winter 2009/2010 wurden sie Hallenkreismeister des Fußballkreises. Im Männerbereich spielen heute viele junge Sportler aus unserem Nachwuchs. Unsere Nachwuchsmannschaften spielen im Kreis mit D,C,B und A Jahrgängen erfolgreich. 2011 sind die C und D-Junioren Kreispokalsieger geworden.

Den größten sportlichen Erfolg für die SG Lok Brandenburg erreichten die 1. Männer in der Saison 2012/2013. Unter der Leitung vom Trainergespann Gutschmidt/Göbeler wurden sie im Januar 2013 Hallenkreismeister. Am Ende der Saison sicherten sich die 1. Männer außerdem den Kreismeistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesklasse West. Das Triple perfekt machte der 3:0-Erfolg im Finale des Krombacher Kreispokals gegen den BSC Süd 05 II vor 400 Zuschauern auf dem Sportplatz des SV Ziesar.

Die Abteilung Schach spielt mit 3 Männermannschaften im Wettkampf. Sie trainieren in der Fachhochschule. Bis zu diesem Jahr mit der 1. Mannschaft in der höchsten Spielklasse des Landes. Die II. Mannschaft ist spielt in der Regionalliga. Auch im Nachwuchs gibt es Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften.

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Neu hinzugekommen ist seit Mai 2010 wieder eine Abteilung Tischtennis. Sie trainieren in der Buschschule und betreuen dort auch Kinder in der Arbeitsgruppe Tischtennis und Fußball. Gleich im ersten Jahr gelang der Aufstieg in die Landesklasse. Abteilungsleiter ist Rolf-Dieter Fischer.